Aus der Kategorie “passiert nur bei uns”. Unser kleiner BamBam hatte seine Brille am Trampolin zerstört. Ich schreibe bewusst AM und nicht IM Trampolin.  Er meinte, seinen Kopf am Rand durch die Federn schieben zu müssen. Mit der Brille auf der Nase. Überraschenderweise hielt das Plastikgestell das nicht aus. Natürlich steckte sein Kopf ebenfalls fest und alle Kinder brüllten: “ Mama, BamBam steckt im Trampolin fest.” Und er steckte tatsächlich fest. Es war auch gar nicht so einfach, ihn da wieder rauszuholen. 

Bei dem zuvor beschriebenen Zahnarztbesuch erhielten wir endlich den Ersatz für diese Brille. Keine zwei Wochen später waren wir morgens mal wieder sehr in Eile. Einer der pubertierenden Monster hatte es tatsächlich geschafft, den Morgen entspannt anzugehen um 2 Minuten, bevor er zum Bus musste, zu merken, dass sein Schulranzen nicht da war. Überraschenderweise hat er ihn auch nicht direkt gefunden und damit war der Bus weg. Wie man sich denken kann, nicht zum ersten Mal und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal. Ich musste also alle Zwerge fertig machen und schnell ins Auto packen, um ihn zur Schule zu fahren. Traditionell lasse ich den Schuldigen aber erstmal als Strafe alle ungeliebten Hausarbeiten (Windel rausbringen, Spülmaschine ein- und ausräumen etc.) erledigen, während ich die Kleinen fertig mache. Prinzipiell haben die Kinder kein Problem damit, zu spät zur Schule zu kommen aber das Helfen zu Hause treibt sie zur Weißglut. Die kleinen Hebel einer Mutter. Ich machte also die Kleinen fertig, schob alle die Haustür hinaus, setzte sie ins Auto.

Der Stress ergriff nun auch mich. Ich hatte zu allem Überfluss auch noch meinen Geldbeutel im Haus vergessen. Die Kinder waren also für ca. 1 Minute alleine im Auto. Wir fuhren schnell zum Kindergarten, luden zwei der Zwerge aus (der älteste Kindergarten-Zwerg musste natürlich am Morgen noch zum Kinderarzt) und gleich anschließend ging es weiter zur Schule. Das pubertierende Monster stieg mürrisch mit den Worten: „Jetzt komme ich mitten in der Stunde an, hättest ja bis zur Pause warten können.” aus dem Auto und trollte sich davon. Kinder – sie geben so viel zurück…

Nun war ich endgültig zu spät beim Kinderarzt. Gehetzt fuhr ich ins Parkhaus und öffnete die hintere Schiebetür, um den Patienten aus dem Auto zu lassen. Plötzlich klirrte etwas neben mir unter dem Auto. Ich blickte nach unten und sah ein Brillenglas. Völlig verwirrt suchte ich die Brille, aber ich fand nichts. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit und des Termins vertagte ich die Suche auf später. Die gesamte Wartezeit beim Kinderarztverbrachte ich damit, zu überlegen, ob ich unseren BamBam eventuell ohne Brille im Kindergarten abgegeben habe. Zuhause hatte ich sie ihm angezogen, das wusste ich. Nach dem Termin durchsuchte ich erneut erfolglos das Auto. Die Brille war nicht da, nur das eine Brillenglas, das aus dem Auto gefallen war.

Irgendwann rief ich im Kindergarten an. Zum Glück hatte ich direkt BamBams Erzieherin am Telefon. Sie reagierte leicht verwirrt, als ich sie fragte, ob er denn seine Brille tragen würde. Sie bejahte. Vollends irritiert war sie aber, als ich fragte, wie viele Gläser er denn in seiner Brille hätte. Nun hörte ich sie quer über den Spielplatz rufen :” BamBam komm mal her.” Sie kontrollierte die Brille und meinte dann: “Sie haben recht, er hat nur ein Glas in der Brille.”Irgendwie haben es die Kinder geschafft, innerhalb der besagten Minute im Auto die Brille komplett zu zerstören.

Als ich die Kinder mittags abgeholt habe, sah ich, dass das Kunststoff-Gestell erneut eingerissen war. Somit war klar, warum das Glas einfach so herausfallen konnte. Natürlich hat auch keiner der Kinder irgendwas gesagt, als ich morgens wieder ins Auto gestiegen war. Die Meute hat dicht gehalten. Und unser BamBam dachte sich offenbar, dass ein erneuter Ärger für seine defekte Brille nicht in seinen Tagesplan passte und zog es vor, ebenfalls zu schweigen. Falls ein Brillenhersteller noch Testpersonen für Kinder-Gestelle sucht, BamBam ist dabei. Hilfe! Sowas gibt es nur bei uns.